Über Berenike Wasserthal-Zuccari
Spielwiesen für intermediale Betrachtungen
Bild und Raum-Szenographie
“Was haben Theaterbühnen, Bilder und sakrale Räume gemeinsam?”
Sie alle eint ein szenographisch-narrativer Ansatz.
Dieser umschreibt die Ausrichtung, die dramaturgische Bespielung des Raumes sowie die bildliche Ausschmückung und Darstellung als Erzählform.
Als Tochter einer diplomierten Bühnen- und Kostümbildnerin wurde mir ,,das Theater‘‘ sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Zwischen Bühnenmodellen, ausrangierten Theaterrequisiten, Antiquitäten und Kunstbänden formierte sich mein kindliches Vorstellungsvermögen bereits in jungen Jahren zu einem phantastischen Spiel- und Kuriositäten-Universum.
Die Affinität zum Theater, zur Literatur und zur Kunst mündeten schließlich in dem späteren Entschluss, mich um einen Studienplatz für Bühnen- und Kostümbild (damals unter der Leitung von Prof. Dr. Wolftram Skalicki) zu bewerben.
Die Studienzeit sowie die damit einhergegangenen Aufträge am Theater prägten und prägen nachhaltig meinen künstlerischen Werdegang. Meine malerischen Bildwerke sind als kleine virtuelle Bühnen erdacht, auf denen die dargestellten Protagonisten und Requisiten meiner Atelier-Sammlung in gemeinsame Interaktion treten.
So treffen etwa allseits bekannte Disneyfiguren aus den 60er-Jahren auf Pez-Spender desselben Jahrzehnts oder Felina-Wäschebüsten der 50er-Jahre auf Wandmasken derselben Zeit. Die bildliche Inszenierung greift dabei als mehrteilig konzipierte Serie bewusst auch das Sujet des Comicstrips oder filmischen Standbildes mit auf.
Bild und Raum-Szenographie
“Was haben Theaterbühnen, Bilder und sakrale Räume gemeinsam? ”
Sie alle eint ein szenographisch-narrativer Ansatz.
Dieser umschreibt die Ausrichtung, die dramaturgische Bespielung des Raumes sowie die bildliche Ausschmückung und Darstellung als Erzählform.
Als Tochter einer diplomierten Bühnen- und Kostümbildnerin wurde mir ,,das Theater‘‘ sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Zwischen Bühnenmodellen, ausrangierten Theaterrequisiten, Antiquitäten und Kunstbänden formierte sich mein kindliches Vorstellungsvermögen bereits in jungen Jahren zu einem phantastischen Spiel- und Kuriositäten-Universum.
Die Affinität zum Theater, zur Literatur und zur Kunst mündeten schließlich in dem späteren Entschluss, mich um einen Studienplatz für Bühnen- und Kostümbild (damals unter der Leitung von Prof. Dr. Wolftram Skalicki) zu bewerben.
Die Studienzeit sowie die damit einhergegangenen Aufträge am Theater prägten und prägen nachhaltig meinen künstlerischen Werdegang. Meine malerischen Bildwerke sind als kleine virtuelle Bühnen erdacht, auf denen die dargestellten Protagonisten und Requisiten meiner Atelier-Sammlung in gemeinsame Interaktion treten.
So treffen etwa allseits bekannte Disneyfiguren aus den 60er-Jahren auf Pez-Spender desselben Jahrzehnts oder Felina-Wäschebüsten der 50er-Jahre auf Wandmasken derselben Zeit. Die bildliche Inszenierung greift dabei als mehrteilig konzipierte Serie bewusst auch das Sujet des Comicstrips oder filmischen Standbildes mit auf.
Geschichte
und Geschichten
Die Serie „Pez Girl“ zitiert das Motiv des werbenden Pin-up-Girls, wie es auf den gelben Pez-Automaten der 60er-Jahre appliziert war. In meiner Kindheit waren diese bereits in die Jahre gekommenen Automaten auf Bahn- und Busbahnhöfen allgegenwärtig.
Noch vor meiner Studienzeit begann ich mich unter dem frühen Einfluss meiner längst verstorbenen Tante Luise Wasserthal-Zuccari (Grafikerin, Illustratorin und Übersetzerin) für von Hand illustrierte Werbegrafiken der 50er und 60er-Jahre zu begeistern.
Der virtuell-theatrale Raum
Diese Faszination führte zu meiner früh forcierten Sammelleidenschaft, der bis heute Grafiken, Drucke, Plastiken, Pez-Spender, Blechspielzeug, alte Puppen und Comic-Figuren unterschiedlichster Art angehören. All diese mitunter auch kuriosen Stücke vergangener Zeiten fanden bzw. finden ihren jeweiligen Auftritt in meinen erzählenden Bildwerken.
Hinter den zuweilen mit abgebildeten menschlichen Protagonisten, stehen eigens dafür kostümierte Modelle, die unter meiner anweisenden Regie eine dramaturgische Rolle einnahmen bzw. in den Bildwerken einnehmen!
In diesem Sinn bin ich dem Genre des Theaters bildnerisch treu geblieben.
Die Ästhetik des Zerfalls
Manche kuriosen Flohmarktfundstücke, wie etwa die Puppen-Gliedmaßen, inspirierten mich zu einer eigenen grafischen Serie, in der ich die Vergänglichkeit in den Fokus meiner künstlerischen Arbeit rückte.
Der Zerfall der fragmentierten Puppen wird in der bildlichen Darstellung von leblosen Insekten begleitet und versinnbildlicht dabei das irdische Ableben. Ähnlich wie die sogenannten ,,Lost Places‘‘ verkörpern diese eine eigene, morbide Ästhetik …
Kunst- und Wunderkammern
im theatralen Kontext
Der Aspekt des theatralen Raumes wurde während meiner Studienzeit am Institut für Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz zum zentralen Forschungsthema, indem ich den Fokus meiner Forschungsarbeit auf die fürstlichen Kunst- und Wunderkammern sowie die Kuriositätenkabinette des 16. und 17. Jahrhunderts richtete.
Der deutsche Kunsthistoriker Horst Bredekamp streicht in seiner Publikation „Antikensehnsucht und Maschinenglauben“ den szenographisch-dramaturgischen Aspekt solcher Kunst- und Wunderkammern hervor. Die repräsentative Darbietung der gezeigten Kunstschätze und Kuriositäten durch den fürstlichen Repräsentanten glich einem einzigartigen, theatral inszenierten Spektakel. Mechanisch betriebene Automaten und Androiden wurden kunstvoll in Szene gesetzt und zum Leben erweckt ….
Sakrale Räume als erweiterte Bühnen
Im Kontext meiner Tätigkeit als Restauratorin begegnen mir in den verschiedenen sakralen Räumen wiederkehrend historische Versatzstücke, die als stumme Reliquien noch Zeugnis einstiger Inszenierungen vergangener Jahrhunderte ablegen. Vor allem während und nach der Gegenreformation wurden Kanzeln und Altäre zu einzigartigen und bombastischen Bühnen erhoben, die aufwendig gestaltete und sogar bespielbare Kulissen beinhalteten und somit kleinen Theaterräumen gleichkamen.
All die hier genannten Thematiken beeinflussen meine Arbeit wesentlich und inspirieren auf einer tieferen Ebene mein künstlerisches Schaffen. Zudem befruchten sie meine Berufung und Tätigkeit als Restauratorin und Konservatorin für Wandgemälde.
Mission
An der Schnittstelle zwischen Kunst, Kunstwissenschaft, Technik und Handwerk
Was hat Design mit Kunst zu tun?
„Wenn die angewandte Kunst eine Symbiose mit Funktionalität, Technik und Handwerk eingeht.“
So beschreibt Wasserthal-Zuccari einen Gedanken, für den sie auch ihre SchülerInnen zu sensibilisieren versucht.
Ein anderer Aspekt, den sie vermitteln möchte, beinhaltet eine indirekte Kritik am allgemeinen Kunstverständnis: „Anders als beispielsweise in der Musik wird in der bildenden Kunst häufig zu wenig differenziert zwischen dem kunstakademischen Ausgang und dem gefällig-dekorativen Gestalten. Ersteres hat nicht den Anspruch zu gefallen* “, so Berenike Wasserthal-Zuccari.
*Zitiert aus: KULTURZEITUNG 80, Ausgabe 117, Okt. 2014. Künstlerporträt

